Viele Menschen mit Typ 1-Diabetes werden im Laufe ihres Lebens zusätzlich nierenkrank und sind auf eine Dialyse oder Nierentransplantation angewiesen. Ein epigenetischer Test könnte in Zukunft helfen, Betroffene mit dem größten Risiko frühzeitig zu erkennen.
Kategorie: grundlagenforschung
Epigenetische Fährte von ME/CFS und Long Covid
In der Regel tritt das chronische Erschöpfungssyndrom ME/CFS als Folge einer Virusinfektion auf, so auch im Fall von Long Covid, das vermutlich nichts anderes ist, als jene Form von ME/CFS, für die eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verantwortlich zeichnet. Jetzt haben sich Forschende die Mühe gemacht, möglichst viele publizierte Daten zur Epigenetik von Menschen mit ME/CFS und Long Covid auszuwerten. Gefunden haben sie eine deutliche epigenetische Fährte.
Sozialer Rang prägt Epigenom von Tüpfelhyänen
Tüpfelhyänen leben in streng hierarchisch organisierten Rudeln. Das immer gleiche Weibchen führt die Gruppe, und auch darunter besteht eine feste Rangordnung. Der Nachwuchs übernimmt automatisch den Status der Mutter, wobei jüngere Geschwister einen höheren Rang haben als ältere. Es ist logisch, dass der Rang einer Hyäne einen großen Einfluss auf ihren Lebenswandel hat. Und nun weiß man sogar, dass sich diese Unterschiede im molekularbiologischen Gedächtnis der Zellen der Tiere niederschlagen.
Wie moderner Biologie-Unterricht vor Rassismus schützt
Wie intelligent wir sind, ob wir ein hohes Risiko für Depressionen haben oder wie effizient beispielsweise unsere Muskeln arbeiten: All das ist das Resultat eines Aktivitätsmusters, das mitunter tausende miteinander systemisch vernetzte Gene in unterschiedlichen Zelltypen in ebenfalls vernetzten Organen im Zusammenspiel mit Umweltreizen bilden.
Mindestens so wichtig wie der genetische Code der DNA ist also die teilweise epigenetisch gesteuerte Regulation umfangreicher Gen-Netzwerke. Jetzt fanden Forschende heraus, dass ein moderner Biologieunterricht, der dieses neue Wissen berücksichtigt, Lernende vor späterem Rassismus schützt.
Epigenetik und Stress: Maus-Forschung für den Menschen
„Mice tell lies“ – Mäuse lügen, lautet ein berühmter Spruch, der ausdrückt, dass Resultate aus Nagetieren meist nur schwer auf den Menschen übertragbar sind.
Doch jetzt konnten Münchner Epigenetikerïnnen zeigen, dass Mäuse, denen ein menschliches Gen eingepflanzt worden war, epigenetisch ähnlich arbeiten wie Menschen. Ein guter Modellorganismus für die wichtige Suche nach epigenetisch wirksamen Psychopharmaka der Zukunft scheint gefunden.
Mutierte Epigenetik reparieren
Epigenetik und Genetik sind untrennbar miteinander verbunden. So ist der Bauplan aller epigenetisch aktiven Enzyme im DNA-Code gespeichert. Genetische Mutationen im entsprechenden Gen können also zur Folge haben, dass das epigenetische Enzym weniger gut oder gar nicht mehr arbeitet. Das kann die Epigenetik betroffener Zellen so stark beeinträchtigen, dass das Risiko für Krankheiten steigt.
Genau diesen Prozess haben jetzt US-amerikanische Stammzellforschende in Zellkulturen mit Knochenmarkszellen von Mäusen erforscht und zudem mögliche Gegenmittel getestet.
Epigenetische Signatur des trainierten Immunsystems
Simone J.C.F.M. Moorlag et al.: Multi-omics analysis of innate and adaptive responses to BCG vaccination reveals epigenetic cell states that predict trained immunity. Immunity 57, 09.01.2024, S. 171-187. Grob unterteilt gibt es zwei Arten des menschlichen Immunsystems: ein spezifisches und ein unspezifisches. Das eine richtet sich gezielt gegen einen Erregertyp, indem es abgestimmte Gedächtniszellen und… Epigenetische Signatur des trainierten Immunsystems weiterlesen
Die Vermessung des Gehirns
Wei Tian et al.: Single-cell DNA methylation and 3D genome architecture in the human brain. Science 382, 13.10.2023, doi: 10.1126/science.adf5357. Yang Eric Li et al.: A comparative atlas of single-cell chromatin accessibility in the human brain. Science 382, 13.10.2023, doi: 10.1126/science.adf7044. Alyssa Weninger & Paola Arlotta: A family portrait of human brain cells. Science 282,… Die Vermessung des Gehirns weiterlesen
Wie sich Walderdbeeren vor dem Klimawandel wappnen
Yupeng Zhang et al.: Warmer temperature during asexual reproduction induce methylome, transcriptomic, and lasting phenotypic changes in Fragaria vesca ecotypes. Horticulture Research 10, 09/2023, uhad156. Ein in Korallenriffen lebender Fisch und auch manche Korallen selbst können es. Die Tomate kann es. Und offenbar auch die Walderdbeere: sich an kontinuierlich gestiegene Temperaturen oder daraus resultierende Dürre… Wie sich Walderdbeeren vor dem Klimawandel wappnen weiterlesen
Mäuse geben Panik über drei Generationen weiter
Marco Battaglia et al.: Enhanced harm detection following maternal separation: Transgenerational transmission and reversibility by inhaled amiloride. Science Advances 9, 04.10.2023, eadi8750. Schon viele Studien haben gezeigt, dass in früher Kindheit vernachlässigte oder traumatisierte Mäuse später im Leben auffällige Verhaltensweisen zeigen. Sie sind oft weniger ängstlich oder aggressiv manchmal aber auch apathisch, panisch oder übertrieben… Mäuse geben Panik über drei Generationen weiter weiterlesen