Warum sportliche Väter gesündere Kinder bekommen

Experimente mit Nagetieren zeigen: Nicht nur das Muttertier vererbt seine Gesundheit via Epigenetik an seine Nachkommen, sondern auch das Vatertier (Bildrechte: Eric Isselee / shutterstock)

Werdende Mütter sind einem großen gesellschaftliche Druck ausgesetzt, weil sich ihre Gesundheit auf die Gesundheit der nächsten Generation überträgt. Die Frauen sollen sich deshalb viel bewegen, ausgewogen ernähren und natürlich weder rauchen noch Alkohol trinken. Doch es gibt immer mehr Hinweise, dass die gleichen Regeln auch für angehende Väter gelten sollten.

Neuen Studien zufolge vererben nämlich auch Väter ihre Gesundheit intergenerationell – also von einer Generation auf die nächste. Noch stammen viele der Resultate aus Tierversuchen – aber die Hinweise häufen sich, dass die Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind. (Bitte Titel oder Foto anklicken.)

Infekt männlicher Mäuse verändert Spermien und Nachwuchs

Chenxuan Li et al.: Paternal immune activation-induced alteration of 28S rRNA-derived small RNAs in sperm reprograms offspring phenotypes. PNAS Nexus 5, 13.01.2026, pgaf381. Es gibt inzwischen eine Menge Studien, die belegen, dass die Gesundheit von Männern ihre Spermien verändert, und dass diese Veränderung die Gesundheit von Kindern ein Stück weit prägt. Verantwortlich für den auch… Infekt männlicher Mäuse verändert Spermien und Nachwuchs weiterlesen

Du bist, was dein Vater isst

Dass die Ernährung von Müttern während der Schwangerschaft einen großen Einfluss auf die spätere Gesundheit ihrer Nachkommen hat, ist längst bekannt. Der Lebensstil der Schwangeren beeinflusst die Epigenetik der Kinder und prägt sie so mitunter für den Rest ihres Lebens. Allerdings scheint das Essverhalten der Väter eine ganz ähnliche Rolle zu spielen. Wie hierbei die Übertragung des Lebensstils auf die Molekularbiologie der Kinder gelingt, ist aber noch weitgehend unbekannt.

Epigenetikerïnnen des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München entdeckten nun in Experimenten mit Mäusen eine neue Erklärung für das Phänomen.

Epigenetische Vererbung des Depressionsrisikos

Eine männliche Maus (links) wird gestresst und entwickelt eine „Depression“. Der Mikro-RNA-Gehalt der Spermien und der befruchteten Eizelle ändert sich. Die Mikro-RNAs steuern die Gehirnentwicklung der kommenden Generation, so dass diese weniger resilient gegenüber Stress ist. (Bildrechte: Xi Chen / Nanjing University)

Yanbo Wang et al.: Sperm microRNAs confer depression susceptibility to offspring. Science Advances 7, 10.02.2021, eabd7605. Depressionen treten oft in Familien gehäuft auf, obwohl bislang nur ein vergleichsweise kleiner Teil des Risikos auf genetische Unterschiede zurückzuführen ist. Deshalb gerät die epigenetische Vererbung zunehmend in den Fokus. Vor allem Experimente mit Mäusen haben vielfach ergeben, dass… Epigenetische Vererbung des Depressionsrisikos weiterlesen

Nüsse für gesunde Spermien

www.whatisepigenetics.com/nut-consumption-improves-sperm-parameters-and-may-alter-epigenome/ Unfruchtbarkeit bei Männern ist ein wachsendes Problem, von dem inzwischen fast zehn Prozent der männlichen Bevölkerung betroffen sind. In vielen Studien wird nach möglichen Ursachen gesucht. Als häufige Kandidaten werden eine ungesunde Ernährung und der Einfluss von Umweltgiften genannt. Das Epigenetik-Portal What Is Epigenetics? berichtet im Januar auf gewohnt kenntnisreiche Weise über eine Studie,… Nüsse für gesunde Spermien weiterlesen

Warum Spätsommerkinder schlanker sind

Wenfei Sun et al.: Cold-induced epigenetic programming of the sperm enhances brown adipose tissue activity in the offspring. Nature Medicine 24, 09/2018, S. 1372-1383. Noah J. Kessler et al.: Establishment of environmentally sensitive DNA methylation states in the very early human embryo. Science Advances 4, 11.07.2018, doi: 10.1126/sciadv.aat2624. Der Stoffwechsel von Menschen ist individuell. Die… Warum Spätsommerkinder schlanker sind weiterlesen

Ratten vererben Suchtverhalten

Qiumin Le et al.: Drug-seeking motivation level in male rats determines offspring susceptibility or resistance to cocaine-seeking behaviour. Nature Communications, 30.05.2017, doi: 10.1038/ncomms15527. In den vergangenen Jahren fanden Epigenetiker zunehmend experimentelle Hinweise darauf, dass auch Tiere ähnlich wie Pflanzen einen Teil ihrer epigenetisch geprägten Umweltanpassungen über die Keimbahn an Nachkommen vererben. Nicht zuletzt, weil damit… Ratten vererben Suchtverhalten weiterlesen

Epigenetische Botschaften im Sperma

Johannes Bohacek et al.: Pathological brain plasticity and cognition in the offspring of males subjected to postnatal traumatic stress. Molecular Psychiatry, 05.08.2014, Online-Vorabpublikation. Elizabeth J. Radford et al.: In utero undernourishment perturbs the adult sperm methylome and intergenerational metabolism. Science, 10.07.2014, Online-Vorabpublikation. Noch im Mai erschien eine Studie, die nahe legt, dass so genannte Mikro-RNAs,… Epigenetische Botschaften im Sperma weiterlesen

Epigenetische Landschaft des Anfangs

Hongshan Guo et al.: The DNA methylation landscape of human early embryo. Nature 511, 31.07.2014, S. 606–610. Zachary D. Smith et al.: DNA methylation dynamics of the human preimplantation embryo. Nature 511, 31.07.2014, S. 611–615. Wolf Reik & Gavin Kelsey: Cellular memory erased in human embryos. Nature 511, 31.07.2014, S. 540–541. Schon länger ist bekannt,… Epigenetische Landschaft des Anfangs weiterlesen

Epidemie während der Zeugung stärkt Immunsystem des Nachwuchses

Kai Willführ & Mikko Myrskylä. Disease load at conception predicts survival in later epidemics in a historical French-Canadian cohort, suggesting functional trans-generational effects in humans. PLOS One 9, 04/2014, e93868. Die außergenetische Weitergabe von Umweltanpassungen an folgende Generationen ist eines der spannendsten aktuellen Forschungsgebiete (siehe auch „Mikro RNAs in Spermien…“, S. 5). Jetzt fand Kai… Epidemie während der Zeugung stärkt Immunsystem des Nachwuchses weiterlesen