Warum sportliche Väter gesündere Kinder bekommen

Experimente mit Nagetieren zeigen: Nicht nur das Muttertier vererbt seine Gesundheit via Epigenetik an seine Nachkommen, sondern auch das Vatertier (Bildrechte: Eric Isselee / shutterstock)

Werdende Mütter sind einem großen gesellschaftliche Druck ausgesetzt, weil sich ihre Gesundheit auf die Gesundheit der nächsten Generation überträgt. Die Frauen sollen sich deshalb viel bewegen, ausgewogen ernähren und natürlich weder rauchen noch Alkohol trinken. Doch es gibt immer mehr Hinweise, dass die gleichen Regeln auch für angehende Väter gelten sollten.

Neuen Studien zufolge vererben nämlich auch Väter ihre Gesundheit intergenerationell – also von einer Generation auf die nächste. Noch stammen viele der Resultate aus Tierversuchen – aber die Hinweise häufen sich, dass die Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind. (Bitte Titel oder Foto anklicken.)

Epigenetische Therapie von MS bei Mäusen

In Zellen eines menschlichen Gehirn-Organoids verstärkte die ESI1-Behandlung die Produktion von Myelinscheiden, wie die dicken, langen grünen Stränge in diesem konfokalen Mikroskopbild zeigen. (Bildrechte: Cincinnati Children's Hospital Medical Center)

Multiple Sklerose ist eine tückische, unheilbare Krankheit, bei der nach und nach die Myelinscheiden verschwinden, die viele Nervenzellen als eine Art Schutzschicht umgeben und weitere wichtige Funktionen haben. Bisherige Therapien bremsen das Fortschreiten des Leidens. Es gibt aber noch keine Behandlung, die zerstörte Zellen wieder regeneriert und damit in Richtung einer möglichen Heilung führt.

Ein neuer Ansatz scheint jetzt genau dieses Ziel mit Hilfe einer epigenetischen Umprogrammierung betroffener Zellen zu erreichen. Bislang wurde das Verfahren aber nur bei Mäusen und in der Petrischale getestet.

Epigenetik und Stress: Maus-Forschung für den Menschen

„Mice tell lies“ – Mäuse lügen, lautet ein berühmter Spruch, der ausdrückt, dass Resultate aus Nagetieren meist nur schwer auf den Menschen übertragbar sind.

Doch jetzt konnten Münchner Epigenetikerïnnen zeigen, dass Mäuse, denen ein menschliches Gen eingepflanzt worden war, epigenetisch ähnlich arbeiten wie Menschen. Ein guter Modellorganismus für die wichtige Suche nach epigenetisch wirksamen Psychopharmaka der Zukunft scheint gefunden.