Im Rahmen der Studie Baby`s first Years erhielten in den USA arme Mütter von 313 Kindern vier Jahre lang jeden Monat nach der Geburt ihrer Kinder 333 US-Dollar. Eine andere Gruppe mit 423 Kindern erhielt nur 20 Dollar im Monat. Jetzt ergab eine Analyse mit sogenannten epigenetischen Uhren, dass die Kinder in der ersten Gruppe statistisch eindeutig langsamer altern als die anderen Kinder. (Für die ganze Meldung bitte den Titel anklicken.)
Kategorie: grundlagenforschung
Methylome besser lesen
Zhihan Zhu et al.: metilene3: identifying DMRs across multiple conditions with auto-classification. Nature Communications 17, 04.07.2026, 5848. Es ist das meistgenutzte Werkzeug der epigenetischen Forschung: Die Messung der sogenannten DNA-Methylierung. Dabei analysiert man mit Hilfe spezieller labortechnischer Verfahren Gewebeproben und erfasst, an welchen Stellen des Erbgutmoleküls DNA der in der Probe enthaltenen Zellen Methylgruppen (CH3)… Methylome besser lesen weiterlesen
Wenn Geparden sich verändern
Colin Vullioud et al.: Epigenetic changes associated with a phenotypic transition in Namibian Cheetahs. Molecular Ecology 35, 09/2026, e70527. Männliche Geparden haben zunächst kein eigenes Revier, sondern streifen als sogenannte Floater umher. Manchmal übernehmen sie aber nach heftigem, oft tödlich endendem Kampf das Revier eines anderen Männchens. Daraufhin ändern sich ihr Körperbau und das Verhalten.… Wenn Geparden sich verändern weiterlesen
Epigenetik goes 4D
Di Jiang, Yevgeniya Nusinovich & Sarah Ross: Genome in motion: Mapping the nucleus in health. Science 393, 23.07.2026, S. 364-365. Lang ist es her, da dachte man, die Epigenetik beschränke sich auf Strukturen an und neben den Genen, etwa auf die DNA-Methylierung oder den Histon-Code. Später kamen nichtkodierende RNAs als epigenetische Gen-Regulatoren hinzu. Die Entdeckung… Epigenetik goes 4D weiterlesen
Einzeldosis Kokain verändert Epigenetik im Mäusegehirn
Suchterkrankungen sind ein riesiges Gesundheitsproblem. Doch obwohl schon lange bekannt ist, dass epigenetische Veränderungen von Gehirnzellen zur Drogenabhängigkeit von Menschen beitragen, sind die genauen Mechanismen der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Sucht noch nicht verstanden. Jetzt stellte die Genetikerin Ana Pombo vom Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin auf einer internationalen Tagung in Barcelona (Federation of European Neuroscience Societies, FENS) Daten zur Epigenetik von Mäusen vor, die das ändern könnten. (Zum Weiterlesen bitte den Titel anklicken.)
Epigenetisches Medikament könnte Herz bei Diabetes schützen
Misbah Aziz et al.: EZH2 inhibition via GSK-126 mitigates EndMT and atherosclorosis in diabetes: A translational epigenetic approach. Science Advances 12, 29.05.2026, eaee5560. Menschen mit Diabetes haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten. Ist der Blutzuckerspiegel erhöht, schädigt das die Innenwände der Blutgefäße, so dass Arteriosklerose sie verengt. Als Folge drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Biologisch… Epigenetisches Medikament könnte Herz bei Diabetes schützen weiterlesen
Gebt werdenden Müttern mehr Geld
Sumit Agarwal et al.: Cash transfers in the perinatal period and investigations of infant maltreatment. JAMA Pediatrics, 07.05.2026, Online-Vorabpublikation. In den 1980er Jahren entwickelten der Brite David Barker und der Deutsche Günter Dörner unabhängig voneinander die Theorie, dass frühe kindliche Prägungen eines Menschen das Risiko für spätere Krankheiten beeinflussen. Besonders wichtig sei die perinatale Phase,… Gebt werdenden Müttern mehr Geld weiterlesen
Pinguine im Zoo leben länger, aber altern schneller
Robin Cristofari et al.: Lifestyle change accelerates epigenetic ageing in King penguins. Nature Communications, 11.03.2026, Online-Vorabpublikation. Wir Menschen kennen das Dilemma: Ist unser Kühlschrank immer gefüllt und sitzen wir zu viel herum, erhöht sich das Risiko für sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Typ-2-Diabetes oder Herzinfarkt. Dagegen helfen eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Sport. Aber bremst ein… Pinguine im Zoo leben länger, aber altern schneller weiterlesen
Warum sportliche Väter gesündere Kinder bekommen
Werdende Mütter sind einem großen gesellschaftliche Druck ausgesetzt, weil sich ihre Gesundheit auf die Gesundheit der nächsten Generation überträgt. Die Frauen sollen sich deshalb viel bewegen, ausgewogen ernähren und natürlich weder rauchen noch Alkohol trinken. Doch es gibt immer mehr Hinweise, dass die gleichen Regeln auch für angehende Väter gelten sollten.
Neuen Studien zufolge vererben nämlich auch Väter ihre Gesundheit intergenerationell – also von einer Generation auf die nächste. Noch stammen viele der Resultate aus Tierversuchen – aber die Hinweise häufen sich, dass die Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind. (Bitte Titel oder Foto anklicken.)
Halten Vitamine länger jung?
Seit der Deutsch-Amerikaner Steve Horvath vor mehr als zehn Jahren die erste epigenetische Uhr vorstellte, mit der sich das biologischen Alter eines Menschen messen lässt, träumen Forschende davon, direkt zu erfassen, wie gesund oder ungesund ein bestimmter Lebensstil oder eine besondere Art der Ernährung sind. Egal ob Meditation, Sport, erholsamer Schlaf oder eine kalorienreduzierte Diät: Alles soll mehr oder weniger großen und zuverlässige Studien zufolge die epigenetische Uhr bremsen können – und damit vermutlich unsere Lebenserwartung erhöhen.
Jetzt zeigte sogar eine besonders hochwertige, große, plazebokontrollierte Studie, dass die Gabe von Multivitamintabletten einen leichten, das Altern bremsenden Effekt haben kann. (Für ganze Meldung Titel anklicken)
