PTBS und Depression auf molekularer Ebene verstehen

Ein Soldat leidet nach einem Kriegseinsatz unter einem emotionalen Zusammenbruch. Als Traumafolgestörungen drohen unter Umständen eine Depression, eine PTBS oder beides. (Bildrechte: depositphotos / photographee.eu)

Nur wenige Dinge im Leben dürften komplexer sein, als psychische Krankheiten. Warum manche Menschen an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder einer Depression erkranken und andere trotz ähnlicher Lebensumstände nicht, ist deshalb noch kaum verstanden. Entsprechend schwer tut sich die Forschung mit der Entwicklung personalisierter und wirklich zielgenauer Therapien, die dann auch eine entsprechend hohe Erfolgsquote haben.

Angesichts dieser ernüchternden Bilanz ist es ein riesiger Hoffnungsschimmer, was Systembiologïnnen aus den USA jetzt im Fachblatt Nature veröffentlichten. (Zum Weiterlesen Titel anklicken.)

Insulinresistenz des Gehirns messen

Eine Insulinresistenz des Gehirns erhöht deshalb direkt das Risiko für krankhaftes Übergewicht und für kognitive Störungen wie Depressionen oder Morbus Alzheimer. Eine Früherkennung wäre wichtig, weil man mit ihrer Hilfe rechtzeitig gegensteuern könnte – beispielsweise mit mehr Bewegung. Doch bisherige Verfahren zur Diagnose eines insulinresistenten Gehirns sind sehr aufwändig.

Es könnte deshalb ein großer Fortschritt sein, was Forschende um Stephanie Kullmann vom Münchner Helmholtz Zentrum jetzt mit Hilfe des Deep Learning genannten KI-Verfahrens aufspürten. (Für die gesamte Meldung, bitte den Titel anklicken.)

Uhr des Lebens

Jetzt präsentierte ein Team von der Hebrew University in Jerusalem, Israel, eine neue epigenetische Uhr, die offenbar das chronologische Alter und nicht das biologische Alter erfasst. Unbekannte Personen, die Straftaten begangen haben, könnten damit leichter gefunden werden. Und es könnten sich aus den Ergebnissen wichtige Hinweise auf ein biologisches Programm zur Messung der Zeit ergeben. (Den ganzen Beitrag lesen Sie, indem Sie den Titel anklicken.)

Fettleber bekämpfen, lange bevor sie entsteht

Während der Schwangerschaft prägt der Lebensstil der Mutter auch die Gesundheit des heranwachsenden Kindes im Mutterleib. (Bildrechte: depositphotos / Yaruta)

In den ersten 1000 Tagen des Lebens – also im Mutterleib und in den ersten beiden Lebensjahren – prägen sich wichtige Teile der Gesundheit für das gesamt spätere Leben. Jetzt fanden Forschende aus Bonn in Experimenten mit Mäusen heraus, wieso das Risiko für Leberkrankheiten bei Kindern übergewichtiger Mütter erhöht ist. (Bitte Titel der Meldung anklicken.)

Keine Marktzulassung für Resminostat

www.pressetext.com/news/20250523024 Schon mehrfach berichtete dieser Newsletter über ein hoffnungsvolles epigenetisches Medikament namens Resminostat. Als sogenannter Histondeacetylase-Hemmer (HDAC-Hemmer) unterdrückt die Substanz Enzyme, die Acetylgruppen von Histonmolekülen entfernen. In der Theorie sorgt Resminostat deshalb für ein lockeres Chromatin (das Gemisch aus Protein und DNA) und macht beispielsweise in Tumorzellen Gene, die auf nicht aktivierbar gestellt wurden, wieder… Keine Marktzulassung für Resminostat weiterlesen

HDAC7: Neues Ziel zur Bekämpfung von Nierenkrebs

Das klarzellige Nierenzellkarzinom ist die häufigste Form von Nierenkrebs. Leider hat der Tumor bei der Diagnose oft schon Metastasen gebildet. Dann ist die Krankheit kaum noch effektiv zu behandeln und endet in vier von fünf Fällen binnen fünf Jahren tödlich.

Es ist also eine sehr gute Nachricht, dass ein Team von Urologïnnen aus den USA jetzt untersucht hat, welche Reaktionskaskade die bösartigen Zellen besonders aggressiv macht. (Zum Weiterlesen Titel anklicken)

Epigenetischer „Barcode“ entreißt Blutzellen Geheimnisse

Blutstammzellen der Maus in 20-facher Vergrößerung. (Bildrechte: Julia Rühle/Centro de Regulación Genómica)

Michael Scherer et al.: Clonal tracing with somatic epimutations reveals dynamics of blood ageing. Nature, 21.05.2025, doi.org/10.1038/s41586-025-09041-8. Im menschlichen Knochenmark befinden sich 50.000 bis 200.000 Blutstammzellen, die sich ständig teilen, wobei täglich 100 bis 200 Milliarden neue Blutzellen entstehen. Bei jungen Menschen gehen tausende dieser Stammzellen auf unterschiedliche Linien zurück. Sie sind sogenannte Klone von… Epigenetischer „Barcode“ entreißt Blutzellen Geheimnisse weiterlesen

Wenn Nerven nachwachsen

Grün gefärbte Schwann-Zellen umgeben das rot gefärbte Axon einer Nervenzelle. (Bildrechte: Adrien Vaquié)

Nadège Hertzog et al.: Hypoxia-induced conversion of sensory Schwann cells into repair cells is regulated by HDAC8. Nature Communications 16, 09.01.2025, Nr. 515. Wir alle kennen das: Ein tiefer Schnitt oder eine Operation haben einen Nerv an der Hand oder den Füßen durchtrennt, und ein Teil der Extremität ist gefühllos geworden. Dann heißt es in… Wenn Nerven nachwachsen weiterlesen

Zwei Väter, keine Mutter, ein Kind

Cover des Newsletter Epigenetik Nr. 30, 2018. Damals war es einem chinesischen Team gelungen, Mäuse aus Zellen von zwei weiblichen Tieren zu zeugen. Jetzt gelang es dem gleichen Team, auch mit zwei männlichen Zellen erfolgreich zu sein. (Eine gedruckte Fassung des Newsletter Epigenetik gibt es übrigens nicht mehr. Er ist jetzt Bestandteil der Sporks Science News. Bildrechte: Leyun Wang)

In der Umgebung der Gene von Säugetier-Zellen sitzen verschiedene epigenetische Schalter und Dimmer, je nachdem, ob es sich um weibliches oder männliches Erbgut handelt. Spermien sind folglich anders programmiert als Eizellen. Fachleute nennen dieses Phänomen epigenetisches Imprinting (auf Deutsch auch genomische Prägung): Je nach Geschlecht wird eine jeweils andere Gruppe von Genen auf inaktivierbar gestellt.

Jetzt ist es trotzdem gelungen, mit Hilfe moderner Reproduktionstechnik ein neues Leben aus zwei männlichen Säugetier-Zellen zu zeugen.
(Bitte auf Foto oder Titel klicken.)

Epigenetik bestimmt, wo das Rauchen Krebs auslöst

Elisheva E. Heilbrun et al.: The epigenetic landscape shapes smoking-induced mutagenesis by modulating DNA damage susceptibility and repair efficiency. Nucleic Acid Research 53, 28.02.2025, gkaf048. Zigarettenrauch enthält mindestens 60 krebsauslösende Substanzen. Kein Wunder, dass Rauchende ein massiv erhöhtes Krebsrisiko haben. Für eine bessere Risikoabschätzung, eine mögliche Vorbeugung und sogar Behandlung des Leidens fehlt es aber… Epigenetik bestimmt, wo das Rauchen Krebs auslöst weiterlesen