Epigenetik beeinflusst Corona-Risiko

5. November 2020 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Alberto Mantovani & Mihai G. Netea: Trained innate immunity, epigenetics, and covid-19. New England Journal of Medicine 383, 10.09.2020, S. 1078-1080.

Amr H. Sawalha et al.: Epigenetic dysregulation of ACE2 and interferon-regulated genes might suggest increased COVID-19 susceptibility and severity in lupus patients. Clinical Immunology 215, 06/2020, 108410.

Ob man zur Risikogruppe der neuen Infektionskrankheit Covid-19 gehört, entscheidet nicht alleine über die Schwere einer Erkrankung. Es gibt zunehmend Hinweise, dass die Genetik und die Epigenetik Betroffener ein Wörtchen mitreden. Hier zwei Beispiele dafür. Einen tieferen Einblick bietet ein ausführlicher kostenfreier Artikel auf der Plattform RiffReporter.de.

Frühere Impfungen oder überstandene Infektionen könnten in den Zellen des unspezifischen angeborenen Immunsystems „eine epigenetische Narbe“ hinterlassen, schreiben die Immunologen Mihai Netea und Alberto Mantovani. Das würde bei der Bekämpfung aller möglichen Arten von Krankheitserregern helfen. Klar, dass auch SARS-​CoV-2-Viren einem Menschen mit einer solchen epigenetischen Grundausstattung weniger leicht etwas anhaben dürften als anderen.

Der Rheumatologe Amr Sawalha untersuchte mit Kolleg*innen die Epigenetik von Menschen mit der Autoimmunkrankheit Lupus erythematodes. Bei ihnen scheinen besonders wenige der epigenetisch aktiven Methylgruppen an das ACE2-​Gen angelagert zu sein. Die Zellen besitzen deshalb sehr viele ACE-2-Oberflächenproteine. Weil diese jedoch die Eintrittspforte des neuen Coronavirus sind, befällt das Virus solche Menschen auch besonders leicht.

Jamie Hackett aus Rom testet bei Mäusen bereits ein Verfahren, um das ACE2-Gen mit Hilfe der Genschere CRISPR/Cas9 epigenetisch still zu legen. Zellen, die derart behandelt wurden, kann das Virus nichts mehr anhaben.

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