Wie epigenetisches Medikament gegen Prostatakrebs wirkt

26. April 2021 | Von | Kategorie: onkologie

Su H. Park et al.: Posttranslational regulation of FOXA1 by Polycomb and BUB/USP7 deubiquitin complex in prostate cancer. Science Advances 7, 07.04.2021, eabe2261.

Mittel, die ein Enzym namens EZH2 hemmen, gelten als viel versprechende neue Klasse von epigenetischen Medikamenten (s. unter anderem Newsletter Epigenetik 33: Epigenetische Medikamente im Kampf gegen Krebs). EZH2 ist eine Histonmethyltransferase, das heißt, es baut drei Methylgruppen an eine bestimmte Stelle der Histon-Proteine an (H3K27) und sorgt so für das Stummschalten von Genen. Weil darunter oft Gene sind, deren Aktivität Krebs unterdrückt, sind EZH2-Hemmer auch potenzielle Anti-Krebs-Mittel.

Nun fanden Forscher*innen aus den USA aber heraus, dass die Substanzen Krebs auch auf einem anderem Weg bekämpfen: EZH2 lagert Methylgruppen nicht nur an Histone an, sondern auch an ein Protein namens FOXA1 und erhöht dessen Lebensdauer. Das ist fatal, denn FOXA1 macht Krebszellen aggressiver. Gerade bei einer bestimmten Art von Prostatakrebs, bei der EZH2 und FOXA1 gehäuft in Zellen vorkommen, wirken den neuen Erkenntnissen zufolge EZH2-Hemmer deshalb besonders gut.

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