Kastenbildung bei Termiten

5. September 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Nicolas Terrapon et al.: Molecular traces of alternative social organization in a termite genome. Nature Communications 5:3636, 20.05.2014, doi: 10.1038/ncomms4636.

Ein internationales Forscherteam hat das Erbgut der Feuchtholz-Termite, Zootermopsis nevadensis, analysiert und dabei auch das Muster der DNA-Methylierungen angeschaut. Die Resultate legen nahe, dass die epigenetischen Schalter helfen, Reproduktionsfähigkeit und Verhalten der Insekten in unterschiedliche Richtungen auszuprägen. Damit scheint die Kastenbildung der sozial lebenden Tiere, also die Aufteilung in Könige und Königinnen, Arbeiter, und Soldaten, ein epigenetisches Phänomen zu sein. Den gleichen Zusammenhang fanden Forscher früher bereits bei Bienen und Ameisen. Doch da Termiten aus einer völlig anderen Insektenordnung stammen (Blattodea, Schaben) legt das Ergebnis nahe, dass die epigenetische Kastenbildung ein grundlegendes Prinzip im Insektenreich ist.

Interessant nicht nur für Epigenetiker ist auch ein zweites Ergebnis: Die reproduktionsfähigen, besonders langlebigen Termiten haben auffallend aktive Gene für bestimmte epigenetische Enzyme, darunter Sirtuin 6, von dem man weiß, dass es Mäusen ein längeres Leben schenkt. Manches spricht dafür, dass diese Enzyme, die den Histon-Code verändern, auch zur Langlebigkeit der Insekten beitragen.

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