Epigenetik der akuten lymphatischen Leukämie

4. September 2014 | Von | Kategorie: onkologie

Panagiotis Ntziachristos et al.: Contrasting roles of histone 3 lysine 27 demethylases in acute lymphoblastic leukaemia. Nature, 17.08.2014, Online-Vorabpublikation.

Die epigenetischen Enzyme JMJD3 und UTX haben auf den ersten Blick die gleiche Funktion: Sie entfernen Methylgruppen von einer bestimmten Stelle der Histone (H3K27), verschlechtern so deren Fähigkeit, das Chromatin zu verdichten, und machen damit im betroffenen DNA-Bereich Gene gezielt aktivierbar. Jetzt fand ein internationales Forscherteam im Tiermodell und in Kulturen mit menschlichen Zellen heraus, dass beide Stoffe zumindest in Zellen der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) eine gegensätzliche Wirkung haben: JMJD3 ist „böse“; es verstärkt und stabilisiert den Krebs. UTX aktiviert hingegen „gute“ Tumorsuppressor-Gene. Es kommt also nicht von ungefähr, dass sein Gen in ALL-Zellen meist auf inaktivierbar geschaltet ist. In einem zweiten Experiment zeigten die Forscher, dass eine neue pharmakologische Substanz namens GSKJ4 das Wachstum von ALL-Zellen verringert, indem es JMJD3 bei seiner Arbeit stört. Nun hoffen sie, einen neuen Ansatz zur epigenetischen Behandlung jenes Blutkrebses gefunden zu haben, der eine so „düstere Prognose“ habe und für den es anders als für manch anderen Blutkrebs noch keine epigenetische Therapie gebe.

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