Cortisolgabe in der Schwangerschaft verändert Epigenome des Fetus

5. Juli 2012 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Ariann Crudo et al.: Prenatal synthetic glucocorticoid treatment changes DNA methylation states in male organ systems: multigenerational effects. Endocrinology, 07.05.2012, Online-Vorabpublikation.

Droht bei Menschen eine Frühgeburt, verordnen Ärzte der Mutter gewöhnlich synthetische Glucocorticoide (Stresshormone wie Cortisol), damit die Lungen des Ungeborenen schneller ausreifen. Epigenetiker befürchten, dass diese Therapie die frühkindliche epigenetische Prägung entscheidend beeinflussen kann, so wie es auch bei extremem mütterlichen Stress während der Schwangerschaft geschieht. Jetzt fanden Forscher um Moshe Szyf aus Montréal in Versuchen mit Meerschweinchen tatsächlich Hinweise, dass die Überflutung der mütterlichen Blutbahn mit künstlichen Stresshormonen ähnliche epigenetische Folgen hat, wie starker mütterlicher Stress selbst.

Schwangere Meerschweinchen wurden mit den Medikamenten behandelt. Darauf zeigten sich in den Epigenomen der Feten und Neugeborenen systematische, organspezifische Veränderungen. Diese Veränderungen hielten nicht nur zeitlebens an, sondern ließen sich auch noch eine Generation später, also bei den Enkeln der einst behandelten Mütter, nachweisen.

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