RNA-Krieg zwischen Pilz und Pflanze

29. Juni 2018 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Der Grauschimmelpilz Botry cinerea befällt nicht nur Erdbeeren sondern auch viele andere Arten von Früchten, Gemüse und Blumen (Bildrechte: Rasbak; CC BY 3.0).

Qiang Cai et al.: Plants send small RNAs in extracellular vesicles to fungal pathogen to silence virulence genes. Science 360, 08.06.2018, S. 1126-1129.

Mittlerweile gibt es viele Beispiele dafür, dass sogar Vertreter unterschiedlicher Arten Botschaften per epigenetisch aktiver RNA-Moleküle austauschen. Meistens geht es dabei nicht allzu freundlich zu. So kurbeln parasitäre Pflanze mit Mikro-RNAs die Energieproduktion ihrer Wirtspflanze an, damit sie besser wachsen (siehe Newsletter Epigenetik 28: Parasitäre Pflanze verändert Genregulation des Wirtes). Jetzt fand ein internationales Forscherteam heraus, wie es den Pflanzen gelingt, ihre RNAs so zu verpacken, dass sie den Weg zur Konkurrenz finden und dort in die Genregulation eingreifen können.

Qiang Cai und Kollegen untersuchten Arabidopsis-Pflanzen, die vom Erreger der Grauschimmelfäule, einem verbreiten und viele Pflanzenarten angreifenden Pilz, befallen waren. Man weiß, dass der Pilz RNAs in die Pflanzen sendet, um per so genannter RNA-Interferenz Gene zu hemmen, die der Krankheitsabwehr dienen. Umgekehrt sendet die Pflanze aber auch RNAs in den Pilz, die dort Gene unterdrücken, die den Pilz aggressiver machen. Jetzt entdeckten die Forscher, wie der Pflanze der Transport der RNAs gelingt. Sie werden in so genannte Exosomen verpackt und in diesen wie in Beutelchen zum Infektionsherd gebracht, wo die Pilze sie aufnehmen. Die Forscher wollen sich diesen Trick nun abschauen und hoffen auf neue, besonders effektive und umweltfreundliche Pflanzenschutzmittel.

 

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