Mikro-RNAs im Zentrum neuer Strategie gegen Glioblastome

29. Juni 2018 | Von | Kategorie: onkologie

Subhashree Nayak et al.: Novel internal regulators and candidate miRNAs within miR-379/miR-656 miRNA cluster can alter cellular phenotype of human glioblastoma. Scientific Reports 8, 16.05.2018, Nr. 7673.

Zu den gefährlichsten Hirntumoren gehören Glioblastome. Die Hälfte aller Menschen, die mit dieser Diagnose konfrontiert werden, lebt nicht mehr länger als 14 Monate. Wie bei den meisten Krebsarten sind Glioblastome nicht nur genetisch sondern auch epigenetisch aus dem Gleichgewicht geraten. Ein neuer Therapieansatz ist deshalb, die Epigenome bösartiger Zellen im Kampf gegen Krebs gezielt zu manipulieren. Ein britisch-indisches Forschungsteam untersuchte nun Kulturen mit menschlichen Glioblastomzellen und entdeckte tatsächlich einen epigenetischen Weg, diese weniger aggressiv zu machen sowie häufiger in den zellulären Selbstmord – Apoptose genannt – zu treiben.

Zunächst analysierten die Forscher eine Gruppe epigenetisch aktiver Mikro-RNAs, die schon sehr früh in ihrer Entwicklung von den Hirntumorzellen herunterreguliert werden. Zwei dieser RNAs, miR-134 und miR-485-5p behindern epigenetisch per RNA-Interferenz die Übersetzung einiger Gene die für die Gesundheit der Zelle besonders wichtig sind. Mit Hilfe des neuen Gentechnik-Werkzeugs CRISPR/Cas sorgten die Forscher nun dafür, dass die Zellen diese beiden Mikro-RNAs wieder in normalen Mengen erzeugten. Daraufhin wurden die Zellen gutartiger. Viele starben sogar per Apoptose ab. Natürlich sind diese Resultate von einer Anwendung beim Menschen noch meilenweit entfernt, aber das Mikro-RNA-Duo ist mit Sicherheit ein viel versprechender Ansatzpunkt für eine neue Anti-Glioblastom-Strategie.

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