Perinatale Programmierung

1. Januar 2012 | Von | Kategorie: wirtschaft, projekte & medien

Andreas Plagemann (Ed.): Perinatal programming: the state of the art. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2012.

titel_perinatal programmingDerzeit verändert sich der Blick auf die Entstehung und Vorbeugung von Krankheiten dramatisch. Nicht zuletzt dank der Entdeckungen der Epigenetik wird klar, dass die Veranlagung zu vielen Krankheiten bereits auf Umwelteinflüsse während der Zeit im Mutterleib und in den ersten Jahren nach der Geburt zurückgeht. Epigenetische Veränderungen vor allem aus der Zeit der Organentwicklung haben danach eine zeitlebens anhaltende Wirkung auf die spätere Gesundheit eines Menschen und können sogar mitverantwortlich sein für das Jahrzehnte spätere Auftreten psychischer Leiden aber auch von Allergien und so genannten Altersleiden wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Auf diesen Erkenntnissen basiert das Konzept der perinatalen Programmierung, über das Andreas Plagemann von der Berliner Charité schreibt, es sei „womöglich der wichtigste Mechanismus für entwicklungsbedingte Ursachen von Gesundheit und Krankheit neben der klassischen Teratogenese und dem Altern.“ Dieses Zitat stammt aus dem Vorwort eines neuen lesenswerten Buches, das das Thema in 20 Artikeln führender internationaler Fachleute, von Moshe Szyf über Barry Levin bis zu Deborah Sloboda, zusammenfasst.

(Bildrechte: Walter de Gruyter)

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