Manche Kopf-Hals-Karzinome haben veränderte Epigenome

9. Januar 2017 | Von | Kategorie: onkologie

Simon Papillon-Cavanagh et al.: Impaired H3K36 methylation defines a subset of head and neck squamous cell carcinomas. Nature Genetics, 09.01.2017, Online-Vorabpublikation.

Kopf-Hals-Karzinome sind weltweit betrachtet die siebthäufigste Krebserkrankung. Sie befallen den Mund-, Nasen- und Rachenraum oder die Luftröhre und werden durch Alkohol- und Nikotinkonsum sowie eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) begünstigt. Oft endet die Erkrankung tödlich, wobei die Prognose dann besonders schlecht ist, wenn keine HPV-Infektion besteht. Jetzt fanden Forscher aus den USA und Kanada heraus, dass bei einer solchen HPV-negativen Untergruppe der Krebsform eine typische epigenetische Auffälligkeit besteht.

13 Prozent aller Kopf-Hals-Karzinome zeigen danach veränderte Muster der Methylierung an den H3-Histonen (H3K36) sowie Auffälligkeiten bei der Methylierung der DNA. Beides verändert den epigenetischen Code derart,  dass für ein gesundes Gewebe notwendige Differenzierungsschritte der Zellen unterbleiben und krebsfördernde Prozesse angeregt werden. Auslöser der epigenetischen Wandlung scheinen Mutationen an den Genen eines epigenetisch aktiven Enzyms namens NSD1 sowie am Gen für das H3-Histon zu sein. Sollte zukünftige Forschung das Resultat bestätigen, könnte es den Forschern zufolge eine sinnvolle Strategie im Kampf gegen die Krebserkrankung sein, in die beteiligten epigenetischen Systeme gezielt einzugreifen.

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