Krebsfrüherkennung im Blut

2. Dezember 2018 | Von | Kategorie: onkologie

Shu Yi Shen et al.: Sensitive tumour detection and classification using plasma cell-free DNA methylomes. Nature 563. 14.11.2018, S. 579-583.

Im kanadischen Toronto scheinen derzeit besonders gute Experten für die Krebsfrüherkennung mit Hilfe epigenetischer Tests zu arbeiten. Von dort stammt nämlich nicht nur der in diesem Newsletter ebenfalls vorgestellte Urintest auf Prostatakrebs, sondern auch eine im weltweit führenden Fachblatt Nature veröffentlichte Studie zur Diagnose winziger Mengen im Blut vor sich hin treibender DNA-Fragmente von Tumorzellen. Damit könnte der Traum von einer liquid biobsy – einer flüssigen Biopsie – Realität werden: eine Früherkennung der verschiedensten Krebs-Arten mit Hilfe der wenig invasiven Analyse einer einzigen, vergleichsweise leicht gewonnen Blutprobe (siehe auch Newsletter Epigenetik 28: Liquid biopsy: Mit Bluttests Krebs erkennen).

Schon länger hoffen Forscher, im Blut zirkulierendes Krebszell-Erbgut per DNA-Analyse erkennen zu können. Doch dieser Ansatz ist nicht nur sehr teuer und aufwändig, er ist zudem relativ unempfindlich. Bei der neuen Methode genügen bereits geringe Mengen Tumor-DNA, an denen ein recht simpler und kostengünstiger epigenetischer Test solche Stellen erkennt, an denen besonders viele Methylgruppen an die DNA angelagert sind. Dabei treten Muster auf, die typisch für Krebszellen sind. Im Experiment konnten damit bereits zuverlässig Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert werden.

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