Hilfe bei Sklerodermie?

3. Dezember 2019 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Joseph Y. Shin et al.: Epigenetic activation and memory at a TGFB2 enhancer in systemic sclerosis. Science Translational Medicine 11, 19.06.2019, eaaw0790.

Die systemische Sklerodermie ist eine mysteriöse, seltene Hautkrankheit, die bei etwa jedem dritten Patienten binnen zehn Jahren tödlich endet. Jetzt fanden Forscher*innen aus den USA ein epigenetisches Rädchen im Getriebe des Leidens. Offenbar wird ein Verstärker-Element (Enhancer) in der DNA freigeschaltet, das wiederum das Ablesen des Gens für den Wachstumsfaktor TGF-β verstärkt. Dieser treibt dann die überschießende Bildung von Bindegewebe an, die die Krankheit letztlich verantwortet. Die Hautzellen sind also in einem gefährlichen  Programm gefangen. Zumindest in Zellkulturen konnten die Forscher*innen den Enhancer mit dem epigenetischen Medikament JQ1 blockieren und die Hautzellen befreien. Nun schlagen die Forscher*innen vor, neue epigenetische Therapien auszuprobieren, die gegen TGF-β gerichtet sind. Diese könnten übrigens auch gegen Glaukome, Glioblastome und COPD helfen. Alles Leiden, die der Wachstumsfaktor ebenfalls antreibt.

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