Epigenetisches Enzym schützt vor B-Zell-Lymphom

19. Oktober 2015 | Von | Kategorie: onkologie

Ana Ortega-Molina et al.: The histone lysine methyltransferase KMT2D sustains a gene expression program that represses B cell lymphoma development. Nature Medicine 21, 10/2015, S. 1199 – 1208.

Beim so genannten B-Zell-Lymphom, einer der häufigsten Blutkrebsarten, ist meist das Gen eines epigenetischen Enzyms namens KMT2D mutiert. Das hat Forscher aus den USA dazu ermuntert, sich die Aufgaben dieser Substanz genauer anzusehen. Das Enzym baut als Histonmethyltransferase Methylgruppen an eine bestimmte Stelle der Histone an (H3K4) und steuert so die Genregulation der Zellen. Die Forscher zeigten nun, dass seine Aktivität die Entartung der Zellen unterdrückt. KMT2D verstellt oder stabilisiert den Histon-Code an einer Reihe von Genen, die wichtig für den Zellstoffwechsel sind oder Krebs aktiv bekämpfen. Eine Mutation des epigenetischen Enzyms fördere also vermutlich die Entartung der Zellen, indem sie die Aktivität anderer Tumorsuppressor-Gene störe, folgern die Forscher. Eventuell könne man deshalb mit einer epigenetischen Therapie erfolgreich in das Krankheitsgeschehen eingreifen.

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