Bösartige Verbindung zwischen Genetik und Epigenetik

8. Oktober 2010 | Von | Kategorie: onkologie

Siân Jones et al.: Frequent mutations of chromatin remodeling gene ARID1A in Ovarian Clear Cell Carcinoma. Science, Online-Vorabpublikation, 08.09.2010, doi: 10.1126/science.1196333.

Das Ovarielle Klarzellkarzinom ist eine seltene, aber sehr aggressive Krebserkrankung, gegen die noch keine Behandlung hilft. Nun fanden Genetiker aus den USA, dass in ungewöhnlich vielen der betroffenen Zellen die epigenetische Steuerung der Genaktivität behindert ist. In 57 Prozent aller 42 untersuchten Tumorgewebe war das Gen ARID1A mutiert. Es enthält den Bauplan eines Proteins des so genannten Chromatin-Umbau-Komplexes. Dieser Komplex kann durch Veränderungen des Eiweiß-Gerüsts, um das sich der DNA-Faden wickelt, einzelne Gene aktivierbar machen und andere stumm schalten. Seine Störung dürfte das Genaktivierungsmuster einer Zelle verändern, was zu ihrer Entartung offensichtlich beiträgt.

Damit sei „eine wichtige neue Verbindung zwischen genetischen und epigenetischen Mechanismen beim menschlichen Krebs“ gefunden worden, sagt Co-Autor Victor E. Velculescu vom Johns Hopkins Kimmel Cancer Center in Baltimore. Indem man nun schaue, welche Stellen der Epigenome von der Störung betroffen seien, werde man „epigenetische Veränderungen identifizieren, an denen Therapien ansetzen könnten“.

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