Willkommen im Club, Laktat

9. Dezember 2019 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Di Zhang et al.: Metabolic regulation of gene expression by histone lactylation. Nature 574, 24.10.2019, S. 575-580.

Unter Histon-Code versteht man die Modifikationen an den Histonproteinen, die gemeinsam mit der sich darum wickelnden DNA die Nukleosomen aufbauen. Weil er bestimmt, wie dicht das Erbgut verpackt ist, ist der Histon-Code eine der wichtigsten epigenetischen Elemente. Bislang kannte man unter anderem Histon-Acetylierungen, -Methylierungen, -Ubiquitinisierun-gen und -Phosphorylierungen. Nun ist die Milchsäure neu im Club. Das als Stoffwechsel-Abbauprodukt und Energielieferant bekannte Laktat, das zum Beispiel beim Sport entsteht, kann einer neuen Studie zufolge an 28 verschiedenen Stellen an die Histon-Amino-säure Lysin von Mäusen und Menschen binden. Dort wirkt es ähnlich wie Acetylgruppen, das heißt es öffnet das Erbgut und macht betroffene DNA-Ab-schnitte zugänglich. Auf diesen Weg reagiert der Organismus noch gezielter auf Veränderungen. So scheint das Laktat in Immunzellen Gene aktivierbar zu machen, die bei der Wundheilung helfen.

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