Verwandlung bei Quallen

4. Februar 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Björn Fuchs et al.: Regulation of polyp-to-jellyfish transition in Aurelia aurita. Current Biology 24, 16.01.2014, Online-Vorabpublikation.

Nicht nur Heuschrecken verwandeln sich. Noch viel ausgeprägter ist die Metamorphose von Quallen. Und auch bei dieser hat die Epigenetik ihre Finger im Spiel. Zoologen um Konstantin Khalturin von der Universität Kiel entschlüsselten den Mechanismus, der die asexuellen, festsitzenden Polypen der Ohrenqualle dazu veranlasst, sich zu geschlechtsreifen, beweglichen Tieren zu wandeln.

Zunächst muss der Polyp ein bestimmtes Eiweißmolekül namens CL390 erzeugen, was er wiederum nur macht, wenn es zuvor lange kalt war und wieder wärmer geworden ist. So timen die Polypen ihre Umwandlung auf das Ende des Winters. Die Aktivität des CL390-Gens wird dabei offensichtlich epigenetisch per DNA-Methylierung gesteuert. Denn die Forscher konnten zeigen, dass während der Verwandlung eine besonders große Menge eines Enzyms vorhanden ist, das Methylgruppen an das Erbgut anlagert (DNAMethyltransferase 1; DNMT1). Außerdem konnten sie mit dem DNMT-Hemmer 5-Azacitidin die Bildung von CL390 deutlich verringern und die Verwandlung bremsen.

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