Signatur des Glioblastoms

27. Juni 2016 | Von | Kategorie: onkologie

Maximilian Niyazi et al.: A 4-miRNA signature predicts the therapeutic outcome of glioblastoma. Oncotarget, 11.06.2016, Online-Vorabpublikation.

Glioblastom_Helmholtz

Glioblastome sind nicht nur die häufigste Art von Hirntumoren sondern auch eine der aggressivsten. Doch auch wenn die Prognose bei diesem Leiden letztlich immer sehr schlecht ist, so ist es doch wichtig, möglichst früh zu wissen, ob man es mit einer ganz besonders bösartigen Variante zu tun hat, bei der die Standardtherapie kaum Aussichten auf Erfolg hat. Ärzte könnten davon betroffene Patienten dann auf Wunsch besonders intensiv oder vielleicht auch mit alternativen Methoden behandeln. Nun fanden Onkologen aus Deutschland einen neuen epigenetischen Biomarker, der die Prognose des Krankheitsverlaufs in Zukunft verbessern könnte.

Die Auswertung des Tumorgewebes von 36 Patienten ergab, dass die Menge von vier, die Genregulation per RNA-Interferenz beeinflussenden Mikro-RNAs in all jenen Tumorzellen verändert war, die sich am gefährlichsten entwickelten. Drei der epigenetisch aktiven Moleküle waren ungewöhnlich selten, eine besonders häufig. Eine Kontrolle mit Daten von 58 weiteren Patienten bestätigte diese Signatur des aggressiven Glioblastoms. Nach ersten Untersuchungen scheint es sogar möglich, dass die Mikro-RNAs selbst auf irgendeine Weise an der Tumorentstehung beteiligt sind. Diese Annahme müssen zukünftige Untersuchungen aber noch bestätigen.

Foto: Bestrahlungsplan eines Glioblastoms. Ob eine solche Bestrahlung Sinn macht oder nicht, darüber könnte in Zukunft ein Mikro-RNA-Test entscheiden (Bildrechte: Klinikum der Universität München).

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