Schwerpunkt: Frühe Prägung

1. April 2010 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Michael Meaney: Epigenetics and the biological definition of gene x environment interactions. Child development, Bd. 81, 01./02.2010, S. 41-79.

Offenbar sind die Epigenome vieler am Gehirn- und Körperstoffwechsel beteiligter Zellen in der frühen Entwicklung besonders empfänglich für Signale aus der Umwelt. Diese perinatale epigenetische Prägung kann die Persönlichkeit und Krankheitsanfälligkeit zeitlebens beeinflussen. Wie weit die Wissenschaft bei der Erforschung des für Medizin und Politik relevanten Gebiets ist, schildert der kanadische Epigenetiker Michael Meaney in einem lesenswerten Übersichtsartikel in der Zeitschrift Child development.

Die gesamte Child development-Ausgabe widmet sich frühkindlichen und vorgeburtlichen Einflüssen auf die spätere Entwicklung von Menschen. Ein Artikel schildert, dass antisoziales und gewalttätiges Verhalten bei Erwachsenen besonders häufig ist, wenn die Mutter während der Schwangerschaft an einer Depression gelitten hatte (Dale Hay et al.: S. 149-165). Eine andere Studie beschreibt, dass sich Kinder im ersten Lebensjahr kognitiv verlangsamt entwickeln, wenn ihre Mutter zu Beginn der Schwangerschaft einen hohen Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut aufwies (Elysia Davis & Curt Sandmann: S. 131-148).

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