Neuer Ansatz gegen Kokainsucht

3. April 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Pamela J. Kennedy et al.: Class I HDAC inhibition blocks cocaineinduced plasticity by targeted changes in histone methylation. Nature Neuroscience, 10.03.2013, Online-Vorabpublikation.

Epigenetische Veränderungen in den Belohnungszentren des Gehirns – den Nuclei accumbentes – tragen zur Kokainabhängigkeit bei. Dabei werden bei Histonproteinen Acetylgruppen an- und Methylgruppen abgebaut, was das Chromatin der Zellen auflockert und Gene aktivierbar macht. Erste Tierexperimente mit Mitteln, die die Histonacetylierung verstärken (Histondeacetylase-Hemmer, HDAC-Hemmer), ergaben jedoch widersprüchliche Resultate: Manchmal festigte sich die Sucht, manchmal ließ sie nach. Nun brachten Hirnforscher aus den USA Licht ins Dunkel: Sie blockierten bei Mäusen gezielt nur solche HDACs, die zur Klasse I gehören.

Wie erwartet verstärkte sich die Acetylierung der Histone, was die Sucht stabilisieren müsste. Indirekt folgte aber auch eine Verstärkung der Histonmethylierung, was der Abhängigkeit der Tiere entgegenwirkt. Die Forscher hoffen nun auf einen neuen Ansatz zur Therapie der Kokainsucht.

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