Mikro-RNAs als Onkogene

8. Oktober 2010 | Von | Kategorie: onkologie

Pedro P. Medina et al.: OncomiR addiction in an in vivo model of microRNA-21-induced pre-B-cell lymphoma. Nature 467, 02.09.2010, S. 86-90.
Yiwei Li et al.: Regulation of microRNAs by natural agents: An emerging field in chemoprevention and chemotherapy research. Pharmacological Research 27, 06/2010, S. 1027-1041.

Dass die Mikro-RNA-21 von sehr vielen Krebszellen in großen Mengen produziert wird, ist bekannt. Ob sie aber auch verantwortlich für die Krebsentstehung und wichtig für das Überleben eines Krebses ist, war bislang unklar. Nun konnte das Team von Frank Slack, USA, in Experimenten mit Mäusen zeigen, dass Mikro-RNA-21 tatsächlich direkt einen Blutkrebs auslösen kann, und dass dieser Blutkrebs durch deren Unterdrückung binnen weniger Tage vollständig verschwindet. Diese Ergebnisse verstärken die großen Hoffnungen, die Forscher derzeit in eine gezielte Unterdrückung so genannter Onko-Mikro-RNAs setzen.

Doch auch eine gezielte Krebsprävention mit Naturstoffen scheint dank der Erforschung der Mikro-RNAs immer realistischer zu werden. Eine Übersichtsarbeit von Yiwei Li und Kollegen fasst jetzt die bisherigen Arbeiten zu diesem Thema zusammen: Danach haben Substanzen wie Curcumin (Kurkuma), Isoflavon (Soja), Indol-3-Carbinol (Brokkoli), Epigallocatechin-3-Gallat (Grüner Tee) oder Resveratrol (Rotwein) eine Auswirkung auf das Mikro-RNA-Profil von Zellen und können auf diesem Weg wahrscheinlich das Krebswachstum bremsen.

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