Metastase-Schalter bei Melanomen entdeckt

10. Juli 2015 | Von | Kategorie: onkologie

Miguel Vizoso et al.: Epigenetic activation of a cryptic TBC1D16 transcript enhances melanoma progression by targeting EGFR. Nature Medicine 21, 07/2015, S. 741-750.

Beim schwarzen Hautkrebs (Melanom) ist es wie bei fast allen anderen Krebsarten auch: Lebensbedrohlich wird das Leiden zumeist dann, wenn Metastasen entstehen. Um zu untersuchen, welche entscheidenden epigenetischen Veränderungen diesen fatalen Schritt begleiten oder womöglich sogar auslösen, hat nun ein internationales Forscherteam um den spanischen Epigenetiker Manel Esteller das DNA-Methylierungsmuster von primären und metastasierten Melanomzellen verglichen.

Dabei entdeckten sie, dass das Gen eines bestimmten Proteins (TBC1D16) bei Metastasen deutlich weniger stark per Methylierung auf inaktivierbar geschaltet ist als bei gewöhnlichen Krebszellen. Zudem fanden sie gleich mehrere Hinweise, dass es sich hierbei tatsächlich um einen entscheidenden Metastase-Schalter handelt. Das Protein regt die Bildung von Rezeptoren für Wachstumsfaktoren (EGFR) an, die bei Metastasierungen häufig involviert sind. Es verschlimmert das Wachstum und die Metastasierungsfreudigkeit der Tumore. Und seine Reaktivierung verschlechtert die Prognose der Patienten.

Die Forscher hoffen nun auf neue Medikamente, die die Wachstumsfaktor-Rezeptoren hemmen. Und sie empfehlen vor deren Einsatz eine epigenetische Diagnostik. Man könne in Zukunft zunächst den Methylierungsgrad am TBC1D16-Gen bestimmen. Ist der gering, macht die Medikation vermutlich Sinn.

English version: Metastasis switch discovered in melanoma

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