Früherkennung von Strahlungsschäden

13. Juli 2015 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Sankret S. Acharya et al.: Serum microRNAs are early indicators of survival after radiation-induced hematopoietic injury. Science Translational Medicine 7, 13.05.2015, doi: 10.1126/scitranslmed.aaa6593.

archarya1HRSind Menschen beispielsweise nach einem Unfall in einem Atomkraftwerk starker radioaktiver Strahlung ausgesetzt, ist eine möglichst rasche und präzise Vorhersage der oft erst Wochen später auftretenden Gesundheitsschäden sehr wichtig. Erst danach kann man nämlich entscheiden, wie intensiv Betroffene behandelt werden sollten. Bisherige Tests sind aber aufwändig und oft zu ungenau. Das könnte sich dank der Ergebnisse eines internationalen Forscherteams schon bald ändern.

Sankret Acharya und Kollegen analysierten im Blut verstrahlter Mäuse das Muster epigenetisch aktiver Mikro-RNAs und entdeckten, dass dieses gute Rückschlüsse darauf zulässt, wie stark beispielsweise die Zellen des blutbildenden Systems im Knochenmark geschädigt wurden. Innerhalb von 24 Stunden konnten die Forscher zuverlässig vorhersagen, ob die Tiere die Strahlung langfristig überstehen würden oder nicht. Da sich die Resultate bei Mäusen wiederholen ließen, denen zuvor menschliche Knochenmarkzellen implantiert worden waren, nehmen die Forscher an, dass die neue Methode auch bei Menschen funktionieren wird.

Abbildung: Das Knochenmark ist zentraler Bestandteil des blutbildenden Systems, das auf radioaktive Strahlung besonders verletzlich reagiert (Bildrechte: V. Altounian / Science Translational Medicine).

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