Ernährung des Vaters vor der Zeugung verändert Kinder

30. Mai 2017 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Devon P. Ryan et al.: A paternal methyl donor-rich diet altered cognitive and neural functions in offspring mice. Molecular Psychiatry,04.04.2017, Online-Vorabpublikation.

Aus Experimenten mit Mäusen gibt es schon länger Hinweise, dass auch die Väter vor der Zeugung von Nachwuchs auf ihre Ernährung achten sollten. Folsäuremangel verändert die Epigenetik der Spermien, was das Fehlbildungsrisiko des Nachwuchses erhöht (siehe Newsletter Epigenetik 01/2014: Auch Väter brauchen Folsäure). Nun fand ein Forschungsteam unter Leitung von Dan Ehningner vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn heraus, dass Väter mit Kinderwunsch es mit einer epigenetisch optimierten Diät vielleicht dennoch übertreiben können. Die Forscher gaben männlichen Mäusen eine Nahrung, die ganz besonders reich an Folsäure und Methylgruppenlieferanten wie Methionin oder Vitamin B12 war. Zeugten die Mäuse in den nächsten sechs Wochen Nachwuchs, so zeigte dieser Lernschwächen, ausgelöst durch eine mangelnde Wandelbarkeit des Gehirns im Hippocampus – eine Region, die für das Gedächtnis besonders wichtig ist. Das Gen Kcnmb2, das das Nervennetz für seine Plastizität benötigt, war zudem unterdurchschnittlich aktiv.

Ihr Resultat zeige eindrucksvoll, dass auch die Ernährung der Väter Folgen für das Kind haben könne, urteilen die Forscher. Und sie warnen, die Einnahme hoher Konzentrationen von Folsäure und Methylspendern etwa durch Zusätze zu Nahrungsmitteln wie Mehl oder durch übermäßigen Konsum von Energy-Drinks, sei womöglich nicht so unbedenklich wie bislang gedacht.

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