Epigenetisches Enzym begünstigt Melanombildung

3. Juli 2011 | Von | Kategorie: onkologie

Craig J. Ceol et al.: The histone methyltransferase SETDB1 is recurrently amplified in melanoma and accelerates its onset. Nature 471, 24.03.2011, S. 513-517.

Forscher aus Boston, USA, haben in Experimenten mit gentechnisch veränderten Zebrafischen ein neues epigenetisches Onkogen (Krebs auslösendes Gen) entdeckt. Den Fischen war ein menschliches Gen eingepflanzt worden, dessen Aktivität zu schwarzem Hautkrebs (Melanom) führt. Es zeigte sich, dass die Aktivität eines weiteren Gens die Entartung der Zellen verstärkte. Dieses Gen enthält den Bauplan für SETDB1, ein Enzym, das den Histon-Code von Zellen umbaut, indem es Methylgruppen an das H3-Histon anlagert. Die Überproduktion dieses Enzyms verändert an vielen Stellen der DNA die benachbarten Histone und löst damit die Fehlregulation einer Vielzahl von Genen aus. Diese Fehlregulation dürfte wiederum entscheidend und unabhängig zur Entartung der Zellen beitragen. Ihre Studie unterstreiche die These, dass Störungen der gesunden epigenetischen Chromatinmodulation die Tumorbildung fördern können, schreiben die Forscher. Das Gen für SETDB1 habe dabei vermutlich eine besondere Bedeutung, denn man wisse bereits, dass es in einem breiten Spektrum von Tumorerkrankungen aktiv sei. Nun habe man zum ersten Mal zeigen können, dass es tatsächlich als eigenständiger Krebsverstärker wirkt.

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