Der Unterschied zwischen klein- und nichtkleinzelligem Lungenkrebs

4. Juli 2011 | Von | Kategorie: onkologie

Francesco Paolo Fiorentino et al.: CTCF and BORIS regulate Rb2/p130 gene transcription: a novel mechanism and a new paradigm for understanding the biology of lung cancer. Molecular Cancer Research 9, 02/2011, S. 225-233.
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Zu den großen Rätseln des Lungenkrebses zählt die Frage, warum die kleinzellige Form so viel aggressiver ist als die nichtkleinzellige. Nun scheint einmal mehr die Epigenetik eine Antwort zu liefern: Forscher aus Philadelphia, USA, und Kollegen entdeckten, dass der Histonmodulator CTCF in Lungenzellen ein Krebs unterdrückendes, so genanntes Tumorsuppressor-Gen (Rb2/p130) aktiviert. Bei dem weniger aggressiven nichtkleinzelligen Lungenkrebs ist diese epigenetische Krebsbremse besonders aktiv. Beim kleinzelligen Lungenkrebs ist das CTCF jedoch durch eine Substanz namens BORIS verdrängt. Diese verändert das Chromatingerüst epigenetisch so, dass das Tumorsuppressor-Gen nicht mehr abgelesen werden kann. „Diese Ergebnisse zeigen, dass die Heterogenität menschlicher Krebserkrankungen sich auf molekularer Ebene widerspiegelt“, kommentiert der Hauptautor Antonio Giordano.

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