Das Prostatakrebs-Methylom

2. Oktober 2012 | Von | Kategorie: onkologie

Stefan T. Börno et al.: Genome-wide DNA methylation events in TMPRSS2:ERG fusion negative prostate cancers implicate an EZH2 dependent mechanism with miRNA-26a hypermethylation. Cancer Discovery, 28.08.2012, Online-Vorabpublikation.

Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in Berlin hat sich das DNA-Methylierungsmuster von so genanntem fusionsnegativem Prostatakrebs angeschaut. Diese Gruppe macht etwa die Hälfte der Prostatakrebse aus und lässt sich nicht mit so genannten PARP1-Hemmern behandeln. Die Forscher fanden dabei 147.000 mit dem Krebs assoziierte Veränderungen im Epigenom der bösartigen Zellen.

Weitere Analysen lassen sogar auf den genauen Entstehungsmechanismus schließen: Danach ist die Produktion der Mikro-RNA miRNA-26a durch die ungewöhnliche DNA-Methylierung stumm geschaltet, was ein Enzym namens EZH2 aktiviert. Dies ist wiederum ein epigenetisch aktives Enzym (eine Histonmethyltransferase), welches großflächig die Epigenome der Zellen verstellt – und vermutlich auch in die Bösartigkeit treibt. Nun hoffen die Forscher auf neue Ansätze für die Therapie und Diagnose des fusionsnegativen Prostatakrebses.

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