Das Heterochromatin besser verstehen

10. Januar 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Aydan Bulut-Karslioglu et al.: A transcription factor-based mechanism for mouse heterochromatin formation. Nature Structural & Molecular Biology 19, 10/2012, S. 1023-1030. Inês Pinheiro et al.: Prdm3 and Prdm16 are H3K9me1 methyltransferases required for mammalian heterochromatin integrity. Cell 150, 31.08.2012, S. 948-960.

Forscher vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg veröffentlichten zwei wichtige Arbeiten zum Verständnis des so genannten Heterochromatins. So bezeichnet man Abschnitte der Chromosomen, in denen die DNA so fest gepackt ist, dass Gene nicht aktivierbar sind. Locker gepacktes Chromatin heißt dagegen Euchromatin. Die erste Studie beschreibt, dass Bindungsstellen für Transkriptionsfaktoren, die das Ablesen der DNA an- oder abschalten, im Heterochromatin besonders gleichmäßig verteilt sind. Binden dort die Faktoren Pax3 und 9 wird das Ablesen von Mikro-RNAs gestoppt und das DNA-Eiweiß-Gemisch dicht gepackt. Damit sind diese Erbgutabschnitte auf ganzer Linie ruhig gestellt. Die zweite Studie beschäftigt sich mit den Transkriptionsfaktoren PRDM3 und 16. Diese scheinen außerhalb des Zellkerns eine epigenetische Funktion zu besitzen: Sie lagern an Histon-Eiweiße Methylgruppen an, woraufhin diese in den Zellkern wandern und sich am Aufbau des Heterochromatins beteiligen. Ohne die methylierenden Faktoren können die Zellen kein stabiles Heterochromatin bilden.

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