Das Gedächtnis der Pflanzen

8. Juli 2012 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Yong Ding et al.: Multiple exposures to drought ‘train’ transcriptional responses in Arabidopsis. Nature Communications 3:740, 06.03.2012, doi: 10.1038/ncomms1732.

Wenn Pflanzen wiederholt Dürre ausgesetzt waren, reagieren sie rascher und stärker auf Trockenheit als Pflanzen, denen die Situation neu ist. Dieses „Stressgedächtnis“ haben US-amerikanische Forscher nun untersucht und Hinweise auf eine epigenetische Steuerung gefunden: Jene Pflanzen, die den Umgang mit Dürre „gelernt“ hatten, weisen an bestimmten, für die Stressantwort wichtigen Genen, epigenetische Markierungen auf. So können sie bei erneutem Auftreten einer Dürre, schnell in das geeignete Genaktivierungsprogramm wechseln. Im Detail war der Histon-Code an den Genen verändert (viel H3K4me3) und ein Enzym, das beim Ablesen der Gene hilft (Ser5P), wurde in einer Art Stand-by-Modus verfügbar gehalten.

Diese neu beschriebenen Mechanismen könnten auch bei anderen Stressreaktionen von Pflanzen eine Rolle spielen, schreiben die Forscher. Und das liefere vielleicht neue Ansätze, Nutzpflanzen besser auf ungünstige Umweltbedingungen vorzubereiten.

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