Wie der Histon-Code vererbt wird

10. Juni 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Yannick Jacob et al.: Selective methylation of histone H3 variant H3.1 regulates heterochromatin replication. Science 343, 14.03.2014, S. 1249–1253.

Bislang ist es ein großes Rätsel, wie die Tochterzellen nach einer Zellteilung wissen, an welchen Stellen ihrer DNA sie welche Form von Histon-Modifikation initiieren und damit den Histon-Code der Mutterzelle übernehmen sollen. Jetzt fanden Forscher bei Pflanzen einen Mechanismus dieser Histon-Code-Vererbung. Danach kommt das Histon H3 in zwei Varianten vor, H3.1 und H3.3, die sich an einer winzigen Stelle unterscheiden. Dieser Unterschied genügt, dass ein bestimmtes Enzym nur bei H3.1 eine Methylgruppe anlagern kann. Diese epigenetische Veränderung macht Gene in der Nachbarschaft des Histons inaktivierbar. Kommt es nun zur Zellteilung, erbt jede Tochterzelle an einer bestimmten DNA-Region auch den dort bei der Mutterzelle vorherrschenden Histon-Typ. Aber nur dort, wo die Variante H3.1 auftaucht, können erneut Methylgruppen angelagert und Gene inaktivierbar gemacht werden.

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