Wie der DNA-Code Epigenetikern weiterhilft

20. November 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

John W. Whitaker, Zhan Chen & Wei Wang: Predicting the human Epigenome from DNA motifs. Nature Methods, 21.09.2014, Online-Vorabpublikation.

Epigenetische Veränderungen des Erbguts finden nicht wahllos und auch nicht überall statt. Damit die epigenetischen Enzyme andocken und ihre Arbeit aufnehmen können, muss der DNA-Code bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Deshalb gibt es in dem Bereich der DNA, der keine Baupläne für Proteine enthält, eine Reihe von regulatorischen Abschnitten, die zum einen die Aktivität eines oder mehrerer Gene kontrollieren und zum anderen gezielt epigenetisch zugänglich oder unzugänglich gemacht werden können. Auf diesem Weg entscheidet das Epigenom einer Zelle darüber, welche Gene aktivierbar sind und welche nicht. Für Epigenetiker ist es wichtig, diese Regionen ausfindig zu machen und auf diesem Weg zu erkennen, welche epigenetischen Veränderungen besonders bedeutsam sind und welche nicht.

John Whitaker und Kollegen aus den USA präsentierten jetzt eine Methode, mit deren Hilfe sie einen Katalog solcher epigenetisch wichtiger DNA-Abschnitte erstellen konnten. Damit gelang es ihnen bei menschlichen Zellen, allein aus der genetischen Information Rückschlüsse auf deren epigenetische Kontrolle zu schließen, etwa wo welche Art von Histonmodifikation bevorzugt auftreten kann und wo nicht. Die Resultate sind frei im Internet verfügbar (wanglab.ucsd.edu/star/epigram).

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