Schlafentzug verändert Epigenetik des Gehirns

20. November 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Olena Ventskovska, Tarja Porkka-Heiskanen & Nina N. Karpova: Spontaneous sleep-wake cycle and sleep deprivation differently induce Bdnf1, Bdnf4 and Bdnf9a DNA methylation and transcripts levels in the basal forebrain and frontal cortex in rats. Journal of sleep research, 15.09.2014, Online-Vorabpublikation.

Veränderungen des Nervennetzes im Zwischen- und Großhirn werden für die Fähigkeit zum Lernen verantwortlich gemacht. Angeregt wird diese neuronale Plastizität über eine Proteinfamilie namens Brain-derived neurotrophic factor (Bdnf). Es ist bekannt, dass deren Konzentration im Tagesverlauf schwankt und sich durch äußere Einflüsse wie Stress und Schlaf beeinflussen lässt. Offenbar verändern die Einflüsse epigenetische Schalter um und an den beteiligten Genen. Nun zeigten Forscher aus Finnland und der Ukraine, dass dies für die Menge an Schlaf tatsächlich zutrifft.

Durften Ratten ausreichend schlafen, erhöhte das in der anschließenden Wachzeit die DNA-Methylierungen an den Kontrollregionen bestimmter Bdnf-Gene. Die zugehörigen Proteine wurden weniger stark abgelesen. Litten die Tiere an Schlafentzug, blieb dieser Effekt aus. Es kann gut sein, dass dieser Zusammenhang mitverantwortlich dafür ist, dass Tier und Mensch im Schlafentzug weniger gut lernen als sonst.

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