Was die Gene nach der Befruchtung unterdrückt

10. November 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Salvador Pérez-Montero et al.: The embryonic linker Histone H1 variant of Drosophila, dBigH1, regulates zygotic genome activation. Developmental Cell 26, 30.09.2013, S. 578-590. Giorgio Siriaco & John W. Tamkun: A histone timer for zygotic genome activation. Developmental Cell 26, 30.09.2013, S. 558-559.

Während der ersten Zellteilungen direkt nach der Befruchtung eines Eis sind dessen Gene noch vollkommen inaktiv. Verantwortlich dafür sind besondere Formen des so genannten H1-Histons, das anders als andere Histone nicht zur Bildung der Nukleosomen genannten Eiweißkügelchen beiträgt, um die sich die DNA mehr oder weniger fest wickeln kann. H1-Histone heften hingegen Nukleosomen aneinander und sorgen so für eine besonders feste Packung des Chromatin genannten DNA-Eiweiß-Gemischs. Bei den ersten Zellteilungen ist das Chromatin dabei so fest gepackt, dass keine Gene aktivierbar sind. Doch während man bei vielen Tieren und beim Menschen bereits weiß, welche H1-Varianten diese Aufgaben übernehmen, wurden sie bei der Fruchtfliege Drosophila erst jetzt entdeckt: Bis zur dreizehnten Zellteilung unterbindet das Histon dBigH1 die Genaktivität, danach wird es durch gewöhnliches H1 ersetzt und das Genom kann seine routinemäßige Aufgaben beginnen. Ein begleitender Kommentar kommt zum Schluss, das neu entdeckte Eiweiß werde „eine Fülle neuer Informationen über die Bedeutung der H1-Histone für die Entwicklung des Lebens liefern.“

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