Perinatale Prägung stärker als genetischer Schutz

16. Februar 2016 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Michael Kruse et al.: A high fat diet during mouse pregnancy and lactation targets GIP-regulated metabolic pathways in adult male offspring. Diabetes, 02.12.2015, Online-Vorabpublikation.

Immer mehr Tierversuche und epidemiologische Erhebungen beim Menschen belegen, dass eine spätere Neigung zu Diabetes und Übergewicht schon während Schwangerschaft und Stillzeit angelegt werden kann. Die Überernährung von Fötus und Säugling programmiert sein Stoffwechselsystem offenbar epigenetisch in eine nicht gewünschte Richtung um (siehe zum Beispiel Newsletter Epigenetik 01/2013: Dicksein beginnt im Mutterleib). Eine Studie aus Deutschland zeigt nun, dass davon sogar Tiere betroffen sind, die eigentlich einen genetischen Schutz vor Übergewicht haben.

Mäuse mit der Mutation Gipr-/- werden trotz Überernährung niemals fett. Bekamen die trächtigen und stillenden Mütter solcher Mäuse allerdings zu viel und zu fette Nahrung, geht dieser Effekt verloren. Die Tiere legen bei Überernährung in einer späteren Lebensphase deutlich mehr Gewicht zu als genetisch gleiche Mäuse, deren Mütter gewöhnlich ernährt wurden. Gleichzeitig finden sich deutliche Unterschiede im DNA-Methylierungsmuster von Muskel- und Fettzellen, die auch den Fettstoffwechsel verändern. Mäuse ohne den Gipr-/--Schutz legen in der gleichen Situation allerdings noch mehr Gewicht zu.

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