Stress verstellt epigenetische Schalter

3. Oktober 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Eva Unternaehrer et al.: Dynamic changes in DNA methylation of stress-associated genes (OXTR, BDNF) after acute psychosocial stress. Translational Psychiatry 2, 14.08.2012, e150, doi: 10.1038/tp.2012.77.

Akuter Stress verändert schon nach kurzer Zeit epigenetische Schalter. Das fanden Biopsychologen um Gunther Meinlschmidt vom LWL-Universitätsklinikum in Bochum heraus. Sie setzten Probanden einem Stresstest aus und nahmen ihnen Blutproben ab. Darin fahndeten sie schließlich nach epigenetischen Veränderungen an zwei Genen, deren Produkte an Stressreaktionen beteiligt sind. Am Gen des Rezeptors für das Hormon Oxytocin wurden sie fündig: Dort waren zehn Minuten nach dem Stresstest vermehrt Methylgruppen angelagert. Weitere 80 Minuten später hatte die DNA-Methylierung an dieser Stelle stark abgenommen.

Vorausgesetzt, die gleichen Veränderungen ereignen sich auch in Gehirnzellen, haben solche Einschnitte wohl auch Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen und deren Belastbarkeit. Je nachdem, welche Funktion einzelne Zellen haben, könne die Folge zwar unterschiedlich sein, erklärt Meinlschmidt, entscheidend sei aber, grundsätzlich gezeigt zu haben, „dass akuter Stress in kürzester Zeit epigenetische Veränderungen bewirken kann.“

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