Ordnung im Genbündel-Chaos

10. August 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Marco Di Stefano et al.: Colocalization of coregulated genes: A steered molecular dynamics study of human chromosome 19. PLOS Computational Biology 9, 03/2013, e1003019.

In aktiven Zellen ist die DNA der Chromosomen größtenteils abgewickelt zu chaotischen Fadenbündeln. Dahinter steckt offenbar eine geheime Ordnung, die eine neue Ebene der epigenetischen Genregulation darstellt: Die Zelle scheint die räumliche Lage ihrer Gene im Zellkern manipulieren zu können und beeinflusst so gezielt deren Aktivierbarkeit. Jetzt bestätigte ein italienisch-schweizerisches Team diese Vermutung. Die Forscher simulierten die Faltung des menschlichen Chromosoms 19, so dass möglichst viele gemeinsam regulierte Gene beieinander zu liegen kamen. Heraus kam eine Struktur, die vier Fünftel dieser Gene zueinander brachte. Das resultierende Knäuel sieht ähnlich chaotisch aus wie die Wirklichkeit. Und tatsächlich deckt es sich erstaunlich gut mit der Realität. Funktional miteinander verwandte Gene seien also vermutlich innerhalb des Zellkerns häufig in räumlichen Makrodomänen angeordnet und würden dort gemeinsam reguliert, folgern die Forscher.

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