Pinguine im Zoo leben länger, aber altern schneller

Neue Forschung zur Epigenetik von Pinguinen
Königspinguine altern in freier Wildbahn langsamer als im Zoo, sterben aber meist früher, weil die Umwelt gefährlicher ist. (Bildrechte: depositphotos / tom_hr)

Robin Cristofari et al.: Lifestyle change accelerates epigenetic ageing in King penguins. Nature Communications, 11.03.2026, Online-Vorabpublikation.

Wir Menschen kennen das Dilemma: Ist unser Kühlschrank immer gefüllt und sitzen wir zu viel herum, erhöht sich das Risiko für sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Typ-2-Diabetes oder Herzinfarkt. Dagegen helfen eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Sport. Aber bremst ein gesunder Lebensstil auch die Geschwindigkeit, in der wir altern?

Forschende aus Europa wollten den Zusammenhängen auf den Grund gehen und nutzten dafür ein außergewöhnliches Modell: den Königspinguin. Diese Tiere müssen in freier Wildbahn mitunter wochenlang fasten und extrem weite Strecken schwimmen. Ähnlich wie ihre nächsten Verwandten, die Kaiserpinguine, haben sie ein wirklich hartes Leben.

Leben Königspinguine hingegen im Zoo, geht es ihnen wie uns Menschen in der wohlhabenden westlichen Welt: Es gibt stets genug Futter, aber sehr viel weniger Bewegungsmöglichkeiten als in Freiheit. Übergewicht und depressionsähnliche Gemütszustände scheinen nicht selten die Folge dieses veränderten Lebensstils zu sein – auch das womöglich eine Parallele zum Menschen.

Die epigenetische Uhr

Jetzt verglichen die Forschenden molekulare Strukturen in den Körperzellen freilebender Pinguine mit jenen von Vögeln des Zürcher Zoos. Genau genommen schauten sie auf biochemische Anhängsel am Erbgutmolekül DNA, die epigenetisch sind – also neben den Genen sitzen – und beeinflussen, wie diese Gene reguliert werden. Daraus ermittelten die Forschenden eine epigenetische Uhr der Pinguine. Damit lässt sich messen, wie schnell die Tiere altern und wie alt sie biologisch gesehen gerade sind.

Obwohl auch die untersuchten Zoopinguine kein Übergewicht hatten, alterten sie deutlich schneller als ihre Verwandten in der Antarktis. Das passt zu einer Reihe früherer Studien, die alle zeigen: Haben Tiere ein hartes Leben, bleiben sie länger jung. Allerdings ist die Lebenserwartung der Zoopinguine dennoch deutlich höher als jene ihrer wild lebenden Artgenossen – schlichtweg, weil sie kaum einer äußeren Bedrohung ausgesetzt sind.

Weitere aktuelle Meldungen zu diesen und anderen Tieren finden Sie in folgendem Beitrag des Autor*innenmagazins RifReporter.de:

Zoo-logisch: Gute und schlechte Nachrichten von Pinguinen und anderen Tieren.