Väter vererben Stress

9. August 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Ali B. Rodgers et al.: Paternal stress exposure alters sperm microRNA content and reprograms offspring HPA stress regulation. The Journal of Neuroscience 33, 22.05.2013, S. 9003-9012.
Richelle Mychasiuk et al.: Paternal stress prior to conception alters DNA methylation and behaviour of developing rat offspring. Neuroscience 241, 25.06.2013, S. 100-105.

Dass außergewöhnlicher Stress der schwangeren Mutter die Epigenome ihrer heranwachsenden Kinder verändert, ist gut erforscht. Doch nun zeigen zwei Studien, dass sogar der Stress zukünftiger Väter die Nachkommen epigenetisch prägen kann. Ali Rodgers und Kollegen setzten männliche Mäuse sechs Wochen unter chronischen Stress und ließen sie dann Junge zeugen. Der Nachwuchs hatte eine veränderte Stressregulation. Verantwortlich dafür könnten systematische, von den Forschern entdeckte Änderungen des Gehalts an Mikro-RNAs in den Spermien der Väter gewesen sein. Bestätigt werden die Resultate von Richelle Mychasiuk und Kollegen. Diese stressten männliche Ratten 27 Tage lang bevor sie sich paaren durften. Der Nachwuchs zeigte auffälliges Verhalten und besaß ungewöhnliche Epigenome in wichtigen Gehirnzellen.

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