Nudelsuppen-DNA

2. Januar 2012 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Lieberman_Figs1-5_080709Erez Lieberman Aiden: Zoom! Science 334, 01.12.2011, S. 1222-1223.

Es gibt zwar viele schöne Zeichnungen, wie es im Inneren eines Zellkerns aussieht, doch oft basieren diese nur auf Modellvorstellungen. Schon lange ist etwa bekannt, dass sich die DNA um Nukleosomen wickelt und mehr oder weniger kompakt zu so genanntem offenem oder geschlossenem Chromatin verpacken lässt. Doch allmählich entwickeln Forscher Techniken, die einen detaillierteren Blick auf Genom und Epigenom erlauben. Für ein solches neues Verfahren bekam Erez Lieberman Aiden, ein Schüler von Eric Lander und Martin Nowak nun den mit 25.000 US-Dollar notierten GE & Science Prize, der gezielt junge Talente fördern soll.
Aiden stellte seine Resultate im Fachblatt Science vor: Danach bilden die DNA-Segmente im aktiven, offenen Chromatin so genannte fraktale Kügelchen aus außergewöhnlich dicht gepackter, aber völlig freier, unverknoteter DNA. Die Struktur vergleicht er mit al dente gekochten japanischen Suppennudeln (Ramen). Auch diese würden wirre, kompakte Knäuel bilden, wegen ihrer fraktalen Anordnung in kleine Unterknäuel wäre es jedoch ein leichtes, einzelne Nudeln herauszuziehen ohne andere zu zerstören. Genauso sei es bei den DNA-Kügelchen, nur dass an Stelle einzelner Nudeln benachbarte DNA-Abschnitte zu Unterknäueln sortiert seien.

Bild: Offene, aktive DNA liegt als fraktales Kügelchen vor (links: Aufsicht, rechts: Querschnitt). Diese sind sehr dicht gepackt aber völlig entknotett, da benachbarte DNA-Regionen (gleichfarbig) in räumlicher Nähe liegen (Bildrechte: Science / AAAS).

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