Neuer Ansatz zur Behandlung von Leukämie

1. Oktober 2011 | Von | Kategorie: onkologie

Johannes Zuber et al.: RNAi screen identifies Brd4 as a therapeutic target in acute myeloid leukaemia. Nature, 03.08.2011, Online-Vorabpublikation.

Dass Krebszellen veränderte Epigenome haben, ist mittlerweile ebenso akzeptiert wie die Idee einer epigenetischen Krebstherapie: bösartige Tumore dadurch zu bekämpfen, dass man epigenetische Schalter wieder in Richtung Gutartigkeit verstellt. Jetzt fanden Forscher aus Österreich und den USA einen neuen Ansatz für diese Behandlungsform. Eine gentechnische Analyse des Erbguts von Mäusen mit einer Art Akuter Myeloischer Leukämie (AML) ergab, dass die Existenz eines bestimmten Proteins namens Brd4 für das Überleben der Krebszellen wichtig ist. Brd4 modifiziert wiederum den Histon-Code der Zellen und überwacht damit die Aktivität vieler Gene.

Erste Experimente zeigen nun, dass eine pharmakologische Brd4-Hemmung Krebsstammzellen sowohl in AML-Zellkulturen von Maus und Mensch als auch im lebenden Mausmodell abtötet und den Krebs insgesamt deutlich bremst. Verantwortlich für diesen erfreulichen Effekt scheint zumindest teilweise eine epigenetische Unterdrückung des krebsfördernden Gens Myc zu sein. Ist Brd4 aktiv, hilft es nämlich beim Ablesen von Myc. Die Forscher folgern, die Hemmung von Brd4 sei eine viel versprechende Strategie für den zukünftigen Kampf gegen AML und vielleicht auch andere Krebsformen.

Schlagworte: , , , , ,