Mini-Mägen aus der Retorte

20. November 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Kyle W. McCracken et al.: Modelling human development and disease in pluripotent stem-cell-derived gastric organoids. Nature, 29.10.2014, Online-Vorabpublikation.

McCracken_image6Die zunehmende Differenzierung einer Zelle, von der Stammzelle, die sich noch in verschiedene Richtungen entwickeln kann, hin zu einem der rund 200 hochspezialisierten menschlichen Zelltypen, ist vor allem ein epigenetisches Phänomen. Erst die bleibende Programmierung der Zelle durch die Veränderung epigenetischer Markierungen an und neben den Genen sorgt nämlich für ein spezifisches Genaktivitätsmuster und damit für deren Individualisierung. Wie gut die Wissenschaft diese Prozesse inzwischen künstlich nachvollziehen kann, unterstreicht jetzt eine beeindruckende Publikation US-amerikanischer Forscher im Fachblatt Nature.

Kyle McCracken und Kollegen verwandelten Stammzellen in Zellkulturen in winzige menschliche Mägen, mitsamt den verschiedenen typischen Bestandteilen einer Magenschleimhaut (siehe Titelbild). Diese humanen gastrischen Organoide (hGOs) sollen nun dabei helfen, Krankheiten des Magens besser zu verstehen. Dazu infizieren die Forscher die hGOs zum Beispiel mit dem verbreiteten Auslöser von Magenschleimhautentzündungen, Helicobacter pylori, und beobachten, wie die Mini-Mägen reagieren.

Bild: Immunfluoreszenz-Aufnahme eines humanen gastrischen Organoids (künstlich aus Stammzellen erzeugter Mini-Magen). Färbung mit E-Cadherin (grün), MUC5AC (rot) und DAPI (blau) (Kyle McCracken, Cincinatti).

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