Mikro-RNA macht Lungenkrebs weniger aggressiv

2. Januar 2011 | Von | Kategorie: onkologie

Paolo Ceppi et al.: Loss of miR-200c expression induces an aggressive, invasive, and chemoresistant phenotype in nonsmall-cell lung cancer. Molecular Cancer Research 8, 09/2010, S. 1207-1216.

Ein internationales Forscherteam um Heike Allgayer, Heidelberg, entdeckte, dass eine bestimmte Mikro-RNA die Aggressivität von Tumoren des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms beeinflusst.
In mehreren Zelllinien metastasierte der Krebs umso mehr, je weniger Mikro-RNA vom Typ 200c die Zellen bildeten. Diese Mikro-RNA hemmt per RNA-Interferenz die Produktion von Enzymen, die die Zell-Beweglichkeit fördern. Bei Patienten mit besonders stark streuenden Tumoren fanden die Forscher zudem, dass das DNA-Stück, das die Mikro-RNA 200c kodiert, besonders oft durch DNA-Methylierung stumm geschaltet ist – auch das ein epigenetischer Effekt.
Jetzt hoffen die Forscher, man könne in Zukunft dank der Messung des Mikro-RNA 200c-Spiegels ein nichtkleinzelliges Lungenkarzinom besser charakterisieren. Und vielleicht ergibt sich ja sogar ein neuer Behandlungsansatz: In der Zellkultur sorgte eine künstliche Erhöhung des Mikro-RNA 200c-Spiegels jedenfalls nicht nur für eine verringerte Invasionsfähigkeit der Zellen sondern auch dafür, dass sie wieder anfällig für gängige Chemotherapeutika wie Cisplatin wurden.

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