„Kleine Würmer“ stützen Chromatin

1. November 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

2013_VermicelliAntonio Tedeschi et al.: Wapl is an essential regulator of chromatin structure and chromosome segregation. Nature 501, 26.09.2013, S. 564-568.

Etwa zwei Meter DNA-Faden müssen in jedem der winzig kleinen Kerne menschlicher Zellen so verpackt werden, dass eine effektive Regulation der Gene möglich bleibt. Dazu bindet das Erbgutmolekül an Histon-Eiweiße und bildet das so genannte Chromatin. Dessen Struktur beeinflusst wiederum epigenetisch die Aktivierbarkeit der Gene. Nun fand ein internationales Forscherteam einen Eiweiß-Komplex, der außerdem wie ein Skelett die Chromosomen stützt und ebenfalls die Struktur des Chromatins verändern kann. Er heißt Cohesin, und man wusste bislang nur, dass er bei der Zellteilung eine wichtige Rolle spielt.

Die Forscher um Jan-Michael Peters aus Wien analysierten Mäuse, die ein bestimmtes, an Cohesin bindendes Eiweiß namens Wapl nicht mehr erzeugten. Ohne diese Substanz bildeten DNA und Cohesin eine besonders starre, dicht gepackte Allianz und die Gene waren weniger gut ablesbar. Unter dem Mikroskop wurden längliche Strukturen sichtbar, die die Forscher „Vermicelli“ tauften, was „kleine Würmer“ bedeutet. Gleichzeitig war die Embryonalentwicklung der Tiere gestört.

Bild: Grafisch bearbeitete fluoreszenzmikroskopische Aufnahme von Zellkernen ohne Wapl-Funktion, in denen das Chesin „Vermicelli“-Strukturen bildet. Die Zellkerne wurden nachträglich eingefärbt und unterschiedlich skaliert (Bildrechte: Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP), Wien).

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