Soja schützt vielleicht vor Darmkrebs

1. November 2013 | Von | Kategorie: onkologie

Yukun Zhang et al.: DNA methylation and histone modification of Wnt genes by genistein during colon cancer development. Carcinogenesis 34, 08/2013, S. 1756-1763. Benjamin Goeppert et al.: Global alterations of DNA methylation in cholangiocarcinoma targets the Wnt signaling pathway. Hepatology, 03.09.2013, Online-Vorabpublikation.

Dass der Sojabohneninhaltsstoff Genistein die Epigenetik von Zellen verändern kann, ist bekannt. Soja und Sojabohnenprodukte wie Tofu galten deshalb schon länger als potenzieller Bestandteil einer präventiven, vor Krebs schützenden Nahrung. Jetzt haben Ernährungsforscher aus den USA diese These in Experimenten mit Ratten eindrucksvoll untermauert: Sie fütterten Ratten zeitlebens mit genisteinreicher Kost, gaben einigen von ihnen dann eine krebserregende Substanz und fütterten anschließend nur die Hälfte dieser Ratten weiterhin mit Sojaprodukten. Dann analysierten sie in den Darmzellen aller Tiere die Aktivität dreier Gene, die an der Bildung des krebsfördernden Botenstoffs Wnt beteiligt sind. Bei den Ratten, die normales Futter erhielten, stieg die Aktivität dieser Gene an, bei den Nagern, die weiterhin viel Genistein erhielten, blieb sie dagegen auf dem Niveau jener Tiere, die gar nicht erst vergiftet worden waren. Die molekularbiologische Analyse der Darmzellen ergab, dass das Genistein bei den vergifteten Zellen gleich an mehreren epigenetischen Schaltern gedreht hatte. Die Histone waren verändert und die DNA war an einigen Stellen stärker mit Methylgruppen versehen. Dadurch waren das wachstumsfördernde Wnt-Signal – und damit vermutlich auch die Krebsgefahr – anders als bei den anderen vergifteten Tieren nicht erhöht.

Ins Bild passen dazu neue Daten über die DNA-Methylierung bei menschlichen Zellen aus Gallengangskarzinomen. Auch hier sind die Gene aus dem Wnt-Signalweg nicht normal methyliert. Allerdings scheint hier eher eine zu starke Unterdrückung des Signals als Folge einer zu starken Methylierung typisch für den Krebs zu sein. Mit einer demethylierenden Substanz konnte diese Unterdrückung sogar rückgängig gemacht werden.

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