Gestörte Chromatinbiologie bei Lymphomen

4. Oktober 2011 | Von | Kategorie: onkologie

Ryan D. Morin et al.: Frequent mutation of Histone-modifying genes in non-Hodgkin lymphoma. Nature 476, 27.07.2011, S. 298-303.

Onkologen aus Kanada und den USA haben sich das Erbgut von 127 Patienten mit den beiden häufigsten Formen des Non-Hodgkin-Lymphoms angeschaut (Follikuläres Lymphom, Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom). Sie verglichen die DNA des Tumorgewebes mit jener aus gesunden Zellen und fanden insgesamt 109 veränderte Gene, darunter zahlreiche, die eine Rolle bei der Modifikation des Chromatins spielt.

Etwa ein Drittel der Proben des Diffusen B-Zell- Lymphoms sowie neun von zehn Proben des Follikulären Lymphoms zeigten zum Beispiel eine Mutation im Gen der Methyltransferase MLL2. Dieses Enzym baut eigentlich Methylgruppen an Histon-Eiweiße an und verändert so den Histon-Code von Zellen. Die Forscher bilanzieren: „Unsere Analyse legt nahe, dass eine Störung der Chromatinbiologie eine bislang unterschätzte Rolle bei der Entstehung von Lymphomen spielt.“

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