Epigenetischer Geschlechts-Schalter

4. November 2013 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Shunsuke Kuroki et al.: Epigenetic regulation of mouse sex determination by the histone demethylase Jmjd1a. Science 341, 06.09.2013, S. 1106-1109.

Besitzen sie ein Y-Chromosom, entwickeln sich Säugetiere im Allgemeinen zu Männchen. Dazu benötigen sie allerdings auch eine intakte epigenetische Maschinerie. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Enzym Jmjd1a, das Methylgruppen am Histon Nummer drei (H3K9) entfernt und Gene so in einen aktivierbaren Zustand schaltet. Das betrifft auch das Gen Sry, das auf dem Y-Chromosom sitzt, und im aktiven Zustand die Entwicklung des männlichen Geschlechts über Signale zur Produktion der Hoden anstößt. Nun erzeugte ein internationales Forscherteam Mäuse mit Y-Chromosom, die kein Jmjd1a bilden konnten. Diese Tiere waren nicht in der Lage, das geschlechtsbestimmende Gen Sry auf epigenetischem Weg zu aktivieren und entwickelten sich deshalb zu Weibchen, von denen einige sogar fruchtbar waren.

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