Epigenetischer Beschleuniger der Zell-Reprogrammierung

2. Februar 2014 | Von | Kategorie: grundlagenforschung

Bruno Di Stefano et al.: C/EBPα poises B cells for rapid reprogramming into induced pluripotent stem cells. Nature, 15.12.2013, Online- Vorabpublikation.

Im Jahr 2012 erhielt der Japaner Shiniya Yamanaka den Medizin-Nobelpreis für seine Entdeckung, mit vier bestimmten Transkriptionsfaktoren (Gen-Aktivatoren) ausdifferenzierte Körperzellen in Stammzellen zurück verwandeln zu können. Aus diesen induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) lässt sich theoretisch jedes denkbare Gewebe züchten. Bislang war diese Reprogrammierung indes langsam und unergiebig. Das könnte die neue Entdeckung eines internationalen Forscherteams um Thomas Graf, Barcelona, jetzt ändern.

Die Genetiker fanden heraus, dass eine Substanz namens C/EBPα das Chromatin genannte DNA-Eiweiß- Gemisch rund um die entscheidenden Gene auflockert. Durch diese epigenetische Veränderung kann die Zelle ihre Reprogrammierungs-Gene leichter ablesen. Die biomedizinisch wichtige Verwandlung läuft deshalb sehr viel schneller und effizienter ab, als bei herkömmlichen Methoden. Schon vier Tage nach dem Einsatz der Yamanaka-Faktoren in Kulturen mit ausgereiften Blutzellen, entwickelten sich darin die ersten Inseln mit iPS-Zellen. Eine Störung der C/EBPα-Regulation liegt übrigens bei manchen Formen der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) vor (siehe Meldung Mit HDAC-Hemmern gegen AML).

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